Wer sein Kind um jeden Preis fördert, macht im Ergebnis mehr falsch als richtig

Damit es unserem Kind später einmal besser geht als uns selbst, legen wir zurecht viel Wert auf eine gute, umfassende Ausbildung, wozu eine gute Erziehung und Allgemeinbildung gehören.

Vor diesem Hintergrund werden viele Kinder neben der Schule mit vielerlei Kursen wie Klavierunterricht, Ballett, Sport, Fremdsprachen & Co. "beglückt", was wir uns richtig etwas kosten lassen. Die Stärken und Talente der Kinder zu fördern, ist grundsätzlich lobenswert und gut gemeint, kann aber auch nach hinten losgehen, wenn wir damit übertreiben.

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Der Schweizer Kinderarzt Dr. Remo Largo wird in seinen Veröffentlichungen nicht müde, vor einer Überforderung der Kinder zu warnen. Seit mehr als 30 Jahren beschäftigt er sich mit dem Thema Kindererziehung. Er fand heraus, dass ein zu hoher Erwartungsdruck durch die Eltern die Kinder in einen unseligen Zustand der Verunsicherung und psychischen Stress versetzen kann, was sogar schon Schlafstörungen bei den Kindern zur Folge hat.

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Jedes Kind verfügt über ein individuelles Begabungspotenzial. Es ist eher kontraproduktiv, mit aller Gewalt, zum Beispiel intensive Nachhilfemaßnamen, sein Kind auf Gebieten nach vorne zu pushen, die ihm eigentlich gar nicht liegen.

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In der Folge sind Misserfolge in der Schule vorprogrammiert. Dadurch mindert sich das Selbstvertrauen des Kindes, was weit ins Erwachsenenalter hinein wirken kann. Eine typische Reaktion dieser Kinder ist der Hang zum Perfektionismus mit der Folge, dass sie mit ihren eigenen Leistungen selten zufrieden sind.

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Oftmals resultiert der Drang, aus seinem Kind einen "Überflieger" machen zu wollen, aus eigenen Existenzängsten der Eltern. Der Kinderarzt rät dringend dazu, sein Kind so zu akzeptieren, wie es eben ist, denn jedes Kind findet sein eigenes Tempo für seine individuelle Entwicklung.

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Bedenken Sie, dass die sozialen Kontakte zu anderen Kindern einen immensen, positiven Einfluss auf die Entwicklung jedes Kindes haben und auf keinen Fall den außerschulischen Kursen zum Opfer fallen dürfen. Die Aufgabe der Eltern besteht auch darin, dem Kind sinnvolle Erfahrungen zu ermöglichen. Dabei spielen Spaß und Humor eine außerordentlich wichtige Rolle.

Jeder Mensch hat ein Recht auf seine (kurze) Kindheit.

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